Produkte & Lösungen

Schlau verteilt – wer dirigiert Ihre Haustechnik, wenn Netzbetreiber die Energieleistung drosseln?

Bei der netzorientierten Steuerung erfüllt eine Standard-Steuerbox in der Regel die gesetzliche Mindestanforderung. Sobald eine Photovoltaik-Anlage (PV-Anlage) auf dem Dach liegt, wird eine Steuerbox zur Effizienz- und Komfortbremse. Wie Sie eine gesetzliche Pflicht zum Einfallstor für konsequent genutzte Energie machen.

Von Oliver Blumberg,
Senior Content Manager Marketing
Lesezeit: 4 Minuten

„Für smartes Energiemanagement wird wenig Raum …

… bleiben, wenn der Gesetzgeber sich rund um § 14a Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) mit einer simplen relais-basierten Direktsteuerung zufriedengibt.“ So dachte ich, als ich mich zum ersten Mal mit der Pflicht zur netzorientierten Steuerung befasst habe. Mittlerweile sehe ich die Sache anders. Warum? Blicken wir dazu gemeinsam auf einen auf einen blinden Fleck in unseren Zählerschränken: 

Netzeingriff – wenn die Basis-Lösung im Zählerschrank an Grenzen stößt

Ein Netzbetreiber drosselt den Strombezug auf 4,2 Kilowatt (kW). Das netzorientierte Koppelrelais klickt. Die gesetzliche Vorgabe ist erfüllt, das Verteilnetz wird entlastet. Alles perfekt gelöst? – Na ja, das kommt drauf‘ an …!

Wenn Anlagenbetreibende eine einzelne Ladestation für E-Fahrzeuge im Einsatz haben, ist die gesetzliche Mindestanforderung „Steuerbox“ als Basis-Lösung sinnvoll. Die Energieversorgung ist sichergestellt. Das Gerät bleibt dauerhaft in Betrieb. Ein gedrosselter Strombezug reduziert vorübergehend die Geräteleistung. Davon geht die Welt nicht unter und das Elektrofahrzeug (E-Fahrzeug) wird aufgeladen – nur eben etwas langsamer als üblich.

Aber wie effizient ist das Ganze, wenn auf dem Dach eine PV-Anlage Strom produziert und im Keller ein voller Batteriespeicher steht? Ein Relais kennt keine Prioritäten! Das E-Auto in der Garage lädt im Schneckentempo hochpreisigen Strom vom Energieversorger. Wenn gleichzeitig selbst erzeugter Sonnenstrom für schnelles Laden zum Nulltarif vorhanden ist, ist dies fatal: Hohe Kosten bei minimaler Effizienz!

Sonepar Weiterhelfer

Warum die Basis-Lösung bei PV-Anlagen nicht immer zeitgemäß ist, und wie die „Premium-Variante“ aussieht, erklärt Ihnen unser Team in einer aktuellen Folge der Sonepar-Weiterhelfer-Show  rund um § 14a EnWG.

Sonepar-Weiterhelfer-Show

TAB-konforme Energiemanagment-Lösungen haben wir für unsere Kundinnen und Kunden bestellfertig gebündelt. Mit einem Klick geht es hier direkt zu wichtigen Lösungspaketen aus dem Sonepar-Onlineshop: 

Dirigent oder Türsteher? – Das Prinzip der intelligenten Energieverteilung

Erzeugt ein Gebäude selbst Energie, dann beginnt echte Nachhaltigkeit dort, wo sich Energie klug verteilt: Fordert das Netz per Drossel-Signal plötzlich eine Leistungsreduktion auf 4,2 kW, schlägt die Stunde des Energiemanagements.  Ähnlich wie der Dirigent eines Orchesters entscheidet ein enstprechend konfiguriertes Home-Energy-Managment-System (HEMS), ob das Energiedefizit aus dem eigenen Heimspeicher oder aus der PV-Anlage kompensiert werden soll. Falls ja, lädt die Ladestation das E-Fahrzeug trotz gedrosselter Leistung des Energieversorgers mit voller Leistung. Falls nötig, und vom Anlagenbetreiber via HEMS vorgegeben, startet dafür vielleicht die Waschmaschine etwas später – zum Beispiel wenn die Leistung aus dem Versorgungsnetz wieder voll verfügbar ist. 

Ein professionell konfiguriertes HEMS vernetzt Geräte und Anlagen miteinander. Es kann Energieflüsse bedarfsgerecht steuern. So gelangt verfügbare Energie automatisch dort hin, wo sie gerade am nötigsten ist – eigenständig, sinnvoll und maximal effizient.  Wo so etwas gelingt, erreichen wir im Gebäude ein neues Effizienzlevel: Weg von der bloßen Pflichterfüllung, hin zu echter Effizienz bei konstant hoher Leistung. Den Unterschied zwischen Basis-Steuerbox und HEMS-basiertem Energiemangement zeigt der direkte Vergleich:

  • Basis-Steuerbox (Der Türsteher): Die Steuerbox reagiert auf ein Netzsignal. Ähnlich wie der Türsteher bei einer stark frequentierten öffentlichen Veranstaltung drosselt sie im Bedarfsfall den (Energie-)Zufluss. Eine Steuerbox hat keine Möglichkeit, Aufnahmekapazität durch kluges Verteilen von Energie zu maximieren. Sie weiß nichts über den Ertrag einer aktiven Photovoltaikanlage. Sie hat keine Ahnung, auf welche Batteriespeicherreserve man eventuell zurückgreifen könnte.
  • HEMS (Der Dirigent): Ähnlich wie der Dirigent eines Orchesters kennt ein HEMS alle Energiequellen im Haus. Im Falle einer erzwungenen netzorienterten Leistungsdrosselung kann ein HEMS sofort reagieren: Wenn der Anlagenbetreibende dies wünscht, gleicht das System netzbedingte Leistungsdefizite aus. Das HEMS leitet dann eigenen Solarstrom  – zum Beispiel auf Ladestationen, Wärmepumpen oder klimatechnische Geräte – um. Das sorgt für maximale Flexibilität bei gedrosselter Leistung aus dem öffentlichen Stromnetz.
Eine kompakte Zusammenfassung, wie Sie § 14a zum Boxenstopp für eine erfolgreiche Zukunft machen, finden Sie in unserer kostenfreien Info-Broschüre „Alles klar. Alles da.“
kostenfreie Info-Broschüre „Alles klar. Alles da.“

HEMS als Garant für maximierten Eigenverbrauch von Solarstrom

Wie relevant ist ein HEMS für die netzorientierte Steuerung wirklich? Sind alle Netzbetreiber schon so weit, dass sie schon Steuersignale aussenden? Nein!

Aber: Unabhängig von der netzorientierten Steuerung ist es für Anlagenbetreibende jeden Tag aufs Neue wichtig, möglichst viel der selbst erzeugten Energie direkt zu nutzen. Gelingt dies, dann muss nur noch wenig Energie vom externen Versorger für „teuer Geld“ eingekauft werden. Ein HEMS erweist sich hier als Garant für die Maximierung des Eigenverbrauchs – unabhängig davon, ob der Netzbetreiber den Leistungsbezug zeitweise reduziert.

Wer heute „alt“ installiert, läuft schnell in eine Sackgasse!

Und jetzt kommen noch die gesetzlichen Vorgaben zur netzorientierten Steuerung hinzu: Anlagenbetreibende sind seit Ende 2024 verpflichtet nur noch Hardware neu in Betrieb zu nehmen, die entweder schon

  • Drosselsignale empfangen kann oder 
  • über ein Upgrade signaltauglich gemacht 

werden kann. In einer solchen Situation bietet es sich an, die netzorientierte Steuerung von Beginn an via HEMS „smart“ zu gestalten. Viele Komponenten am Markt können schon heute Drosselsignale empfangen und verarbeiten. Bereits vorhandene Geräte lassen sich teilweise „Over-the-Air“ (OtA) per Software-Update nachrüsten. Spätestens wenn Signale gesendet werden, müssen Geräte und Hausverteilung in der Lage sein, die Drosselung von elektrischer Leistung umzusetzen. Heute geht es darum, sich mit ganzheitlichen und zukunftsweisenden Investitionen teure Nachrüstung und hohe Bußgelder zu ersparen. Wer als Fachbetrieb heute „alt“ installiert, schickt seine Kundinnen und Kunden schnell in eine Sackgasse – finanziell und gesetzlich. 

HEMS öffnet Tor zur Nutzung dynamischer Stromtarife

Übrigens: Ein intelligentes Energiemanagment öffnet Anlagenbetreibenden die Tür zur Nutzung dynamischer Stromtarife. Sie möchten mehr dazu erfahren? Herstellerunabhängige Sonepar-Experten stehen dem Elektro-Fachhandwerk als starker Partner zur Seite. Informieren Sie sich dazu bei Ihrem persönlichen Ansprechpartner. Weiterführende Infos rund um zukunftssichere Planung finden Sie im Sonepar-Informations-Hub Alles klar. Alles da. – fit für 14a

Pflichterfüllung oder energetische Unabhängigkeit? – Sie haben die Wahl!

Machen wir uns nichts vor: Niemand kauft gerne Technik, nur weil der Gesetzgeber es verlangt. Im Grunde ist die gesetzliche Pflicht aber ein perfekter Türöffner – hinein in die Welt der maxiamlen Energieeffizienz! Eine fundierte Beratung zur Steuerbarkeit betroffener Geräte und Anlagen ist das täglich‘ Brot eines Fachbetriebs. Hinzu kommt eine Pflicht zur Aufklärung über gesetzliche Mindestanforderungen. 

Nutzen Sie dies! Zeigen Sie Ihren Kundinnen und Kunden den Unterschied zwischen der gesetzlich verpflichtenden Mindestanforderung „Steuerbox“ und den Vorzügen einer smarten HEMS-basierten Signalsteuerung. Dort wo ein HEMS sein Vorzüge ausspielen kann, werden Anlagenbetreibende sich nicht auf den gesetzlichen Mindeststandard beschränken. Nicht aus ideologischen Motiven heraus. Es ist sehr häufig betriebswirtschaftlich geboten: Ein HEMS ist schon bei kleinen Anlagen sehr schnell wirtschaftlich attraktiv und energetisch sinnvoll. 

Ein weiteres starkes Argument „pro“-HEMS ist die energetische Unabhängigkeit. Eine PV-Anlage allein deckt im Schnitt etwa 35 % des jährlichen Strombedarfs. Jetzt schreibt der Gesetzgeber für bestimmte Anwendungsfälle eine erzwungene netzorientierte Steuerung vor: Wer sich in diesem Zuge für ein HEMS in Kombination mit einem Batteriespeicher entscheidet, verdoppelt seine Autarkie auf bis zu 75 %. So wird trockene Pflicht zu einer mehrwertstiftenden Empfehlung für alle Beteiligten

Passende HEMS-Systeme für Ihre Projekte haben wir für Sonepar-Kundinnen- und Kunden bestellfertig gebündelt. Mit einem Klick geht es hier direkt zu den Premium-Lösungen im Sonepar-Onlineshop: Zu den Produktlösungen “HEMS”.

Technik zum Anfassen, Wissen zum Mitnehmen

Möchten Sie HEMS-Lösungen und Steuerungskomponenten im Detail prüfen? Wenden Sie sich dazu gerne direkt an Ihren persönlichen Ansprechpartner bei Sonepar. Dieser kann Ihre Fragen beantworten und gemeinsam mit speziell geschulten HEMS-Experten ideale Lösungen für Ihr Projekt entwickeln. Alternativ dazu nutzen Sie gerne auch unser Kontaktformular | Sonepar . Hier lautet das Stichwort „Unterstützung zu § 14a EnWG“. Wir kommen dann persönlich auf Sie zu.

Auf den Sonepar Trend+Technik-Events 2026 können Sie die Komponenten auf Herz und Nieren prüfen.

Für den schnellen Wissens-Snack zwischendurch empfehlen wir eines unserer kompakten Online-Webinare. Infos zu Anmeldung und Terminauswahl finden Sie unter diesem Link: Online-Kurz-Webinare rund um §14a.

Man kann alt werden wie eine Kuh, …

… und lernt doch täglich dazu. Ich persönlich finde: Diese Volksweisheit greift auch bei der netzdienlichen Steuerung rund um § 14a EnWG ​. Seitdem ich etwas Hintergrundwissen habe, bin ich davon überzeugt: Der gesetzliche Mindeststandard der relais-basierten Direktsteuerung hilft bei kleinen Einzelanwendungen weiter. Er ist ein guter Einstieg in die netzdienliche Steuerung – nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Schon bei kleineren PV-Anlagen und einem daran angebundenen Verbraucher spielt ein smartes Energiemanagement via HEMS seine Stärken aus. Dies ist eine Riesenchance für Anlagenbetreibende, für das beratungsstarke Fachhandwerk und für die Energiewende insgesamt. 

Wie reagieren Ihre Kunden auf das Thema Energiemanagement? Ist das HEMS bei Ihren Projekten bereits der Standard oder noch die Ausnahme? Wir freuen uns auf Ihre Anmerkungen in der Kommentarspalte!


Es grüßt Sie herzlich

Ihr
Oliver Blumberg
Senior Content Manager Marketing
Sonepar in Deutschland

P.S. Sie suchen noch nach harten Fakten und einer Checkliste für die reine Basis-Pflicht? Wie Sie die einfache Direktsteuerung normkonform umsetzen und Ihre Zielgruppen rechtssicher beraten, lesen Sie hier in unserem Blog-Beitrag Tempolimit, Notbremse oder Drosselklappe?

Du hast bereits abgestimmt!